Verkehrskonzept Gemeinde Bichlbach

05.04.2013 01:00 | Mehr Lebensraum – mehr Verkehrssicherheit – und eine lawinensichere Straßenverbindung ….

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Formulare

05.01.2012 01:00 | wichtige Formulare zum Ausdrucken

Drei Dörfer - eine Gemeinde - gemeinsame Chronik

Lage

Bichlbach mit den Orten Lähn und Wengle liegt in der Mitte von „Zwischentoren“, dem Tal zwischen Fernpass und Ehrenberger Klause. Im Norden erhebt sich der Kohlberg, den man geographisch zu den Ammergauer Alpen zählt; im Süden befinden sich die steilen Grashänge der Bleispitze, des Mähberges und des Lammberges, die zu den Lechtaler Alpen gehören. Dazwischen liegt noch die Einmündung des Berwanger Tales. Die Wasserscheide zwischen Lech und Loisach liegt östlich von Lähn.

 

Wappen

Verleihung des Wappens am 12. Oktober 1974.

In rot ein schwarzer , doppelköpfiger Adler, von einem silbernen Pfahl belegt, darin eine nach links blickende, schwarz gewandete Figur des heiligen Josef, ein silbernes Zimmermannsdreieck haltend.

Das Wappen erinnert an das Zunftzeichen und den Patron der Handwerkerzunft zu Bichlbach, die von Kaiser Leopold I. 1694 bestätigt wurde und die Hauptlade des ganzen Außerferns war. Die dem hl. Josef geweihte Zunftkirche ist ein barockes Baujuwel dieser einstigen Handwerksvereinigung.

 

Farben der Gemeindefahne

Schwarz - Rot

 

Gemeindestatistik

Fläche in ha:

3063,9

Kleinregion:

Zwischentoren

Einwohner (31. 12. 2008):

837

Seehöhe:

1075 m

 

Jahr

1971

1981

1991

2001

2008

Einwohner

730

751

759

851

837

 

Geschichte

Bichlbach – mundartlich Piechlpach – 1300 die Alpe in „Puechelpach“, 1336 wird eine Stamser Schwaige in „Puechelbach“ erwähnt. Der Ortsname leitet sich aus dem mittelhochdeutschen Wort „Buochinbach“ ab (der von Buchen umstandene Bach).

Wengle – mundartlich z’Wengle – althochdeutsch „wang“ =Feld, mittelhochdeutsch „wanc“ = Grasland, „wenglin“ = kleine Grasfläche.

Lähn – mundartlich auf der Lähn – früher Mittewald, 1278 de Mittewalde, 1456 wurde aufgrund des großen Lawinenunglückes (22 Tote) der südöstlich neu aufgebaut und „ist jez alhin auf der Leen genannt“.

Um 1300 bestanden die Alpe „ Puechelbach“ und vier Schwaighöfe der Herren von Starkenberg. Güter besaß hier auch das Stift Füssen. Die Herren von Schwangau hatten das Geleit- und Jagdrecht bis zum Fernpass. Ebenfalls um 1300 wurde hier sogar Waschgold gewonnen. Zwischen Gartnerwand und Bleispitze bestand von 1621 bis 1688 ein Bleibergbau. In politischer Verwaltung und Rechtsprechung war Bichlbach, wo 1452 ein Dingstuhl (Gerichtstätte belegt ist, dem Gericht Ehrenberg unterstellt.

Lähn wird 1278 unter dem Namen „Mittewald“ erstmals erwähnt und war im Besitz des Benediktinerklosters Weingarten (Baden-Württemberg). Die Siedlung stand auf der sonnigen Anhöhe des „Bichls“. 1282 erhielt der Markt Imst von Meinhard II. von Tirol das Privileg, in Mittewald eine Niederlage für den Kraftverkehr samt Gespannwechsel halten zu dürfen. 1456 und 1689 zerstören Schneelawinen die Siedlung. Sie wurde am Fuß des Riegelbachschwemmkegels wieder aufgebaut und erhielt den Namen Lähn.

Wengle entstand auf einer kleinen Wiese mit Hof und war ebenfalls im Besitz des Klosters Weingarten.

Die Pest wütete in den Jahren 1611 und 1635/36 und forderte viele Opfer in der Gemeinde.

 

Kirche-Seelsorge

Die Pfarren von Bichlbach und Lähn sind durch den Seelsorgeraum Zwischentoren miteinander verbunden und haben dadurch einen gemeinsamen Pfarrer.

Pfarrkirche zum hl. Laurentius: Kirchlich gehörte Bichlbach bis 1423 zur Großpfarre Breitenwang, die bis Mittewald, dem heutigen Lähn, reichte (Bistumsgrenze zwischen Augsburg und Brixen). 1423 wurde Bichlbach eigene Pfarre, dazu gehörte bis 1616 Heiterwang und bis 1948 Lähn mit Wengle. Die Pfarrkirche in Bichlbach wurde 1394 erstmals erwähnt, 1456 wurde sie erweitert, 1552 durch die Truppen des Schmalkaldischen Bundes (Moritz von Sachsen) geplündert. Die Kirche wurde 1733-36 in der Nachfolge der Herkommer-Fischer-Architektur neu erbaut, 1848-50 renoviert, 1902-06 und 1971/72 innenrestauriert, 1967 Außenrenovierung. Das Innere der Kirche gestalteten die bedeutensten Künstler der Region. Fresken und Kreuzwegbilder stammen von der Barockmalerfamilie Zeiler aus Reutte und von Balthasar Riepp, die Kanzel von J. R. Eberhard aus Hindelang, die Orgel von M. Weber aus Oberperfuß.

Zunftkirche St. Josef: Zu Ende des 17. Jhs. zogen viele Bichlbacher und Außerferner Handwerker als Maurer, Stuckateure und Zimmerleute nach Norden, besonders ins Schwabenland. Bevor man auf Saisonarbeit ging, traf man sich in der „Josefskirche“, die auf einem Hügel über dem Dorf steht. 1710 bis 1718 wurde dann vom damaligen Bichlbacher Pfarrer Lukas Egger statt der alten Holzkapelle eine barocke Zunftkirche nach den Plänen des Erbauers der Innsbrucker Domkirche, Johann Jakob Herkommer aus Füssen, errichtet. Der einschiffige, doppelstöckige Bau mit zwei Gruftkapellen ist die einzige Zunftkirche Österreichs. Bis 1974 wurde dieses Kulturdenkmal wunderbar renoviert und 1977 eine neue Zunftbruderschaft gegründet.

Pestkapelle „Feldkirchle“: Ein kirchliches Kleinod steht am Fuße des Mähberges, die Pestkapelle, die an die Pestzeit vor über 350 Jahren erinnert. Sie wurde von etlichen Bichlbacher Idealisten vor 30 Jahren neu errichtet.

Lähner Pfarrkirche „Zu Unseren Lieben Frau Maria Schnee“: Lähn war ursprünglich eine Expositur der Pfarre Bichlbach und wurde am 1. 7. 1948 eine selbstständige Pfarre. Sie ist seitdem auch für den Ortsteil Wengle mit der St. Martinskapelle zuständig. Der gotische Bau der Kirche geht auf die Lawinenkatastrophe 1456 zurück. In der Sage brachte ein unbekannter Fuhrmann (angeblich ein Engel) das Baumaterial für die neue Kirche. In den Jahren 1839 – 1841 wurde die Kirche vergrößert und 1844 neu eingeweiht. 1978 wurde sie einer Gesamtrestauration unterzogen.

Die Kapelle zum hl. Martin in Wengle gehört nach Ansicht der Fachleute zu den ältesten sakralen Gedenkstätten an der Straße im Zwischentoren. 1278 hatte das Stift Weingarten Besitzungen in „de Wenglin“ und „de Mittewald“ (Lähn). Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass sich bei diesen Höfen ein Heiligtum zum hl. Martin befunden hat. Der kunstvolle Altar ist wohl ein Werk des Barockkünstlers Josef Klemens Witwer (1770/80) aus Imst. Das Gemälde des hl. Martin ist um 1650 datiert. Das Altarbild „Heiliger Wandel“ wurde von Johann Heel um 1705 gemalt. Die Schnitzgruppe des hl. Martin stammt aus dem Jahr 1730. Renovierung 1990 mit Weihe am 11. 11. 1990.

 

Schule

Um das Jahr 1500 dürfte in Bichlbach bereits Unterricht erteilt worden sein, allerdings gab es kein Schulgebäude und keine Schulpflicht.

Vor ungefähr 200 Jahren wurde wahrscheinlich das erste einfache Schulhaus erbaut.

Die Lehrer mussten neben dem Lehramt auch den Organisten- und Mesnerdienst versehen. 80 Schüler und mehr waren von einem Lehrer zu betreuen.

1913 konnte mit dem Bau des Gemeindehauses endlich Platz für eine zweite Klasse geschaffen werden. Bis in die 30er Jahre gab es die „Sonntagsschule“ für die ausgeschulten Jahrgänge. Danach wurde die „Fortbildungsschule“ eingeführt. Diese mussten alle besuchen, die in keine Lehre gingen, auch die Kinder von Lähn, Wengle, Kleinstockach und Heiterwang.

Durch den Übertritt der größeren Schüler in die Hauptschule bzw. das Gymnasium in Reutte war die Volksschule Bichlbach von 1956 bis 1983 wieder einklassig. Der Beitritt zum Hauptschulverband Reutte erfolgte im Herbst 1969.

Im Frühjahr 1991 wurde der Neubau der Volksschule mit einem Turnsaal beim Dorfheim aufgeführt, das erste kommunale Projekt in Tirol mit alternativer, energiesparender Erdsondenheizung.

Mit dem Schuljahr 1992/93 begann der Unterricht mit zwei Klassen im neuen Schulhaus.

Im Schuljahr 1981/82 wurde im Agrarhaus der Kindergarten für die Kleinen von Bichlbach, Wengle und Lähn eröffnet. Durch einen Anbau an das neue Volksschulgebäude übersiedelte er 2004 in größere Räumlichkeiten.

1702 wird ein Jakob Pogner als „Maurer und Schulhalter auf Lehn“ genannt. Der Unterricht fand in einem alten Haus statt, das 1888 durch ein neues Gebäude mit einer Lehrerwohnung ersetzt wurde. Die Schulmeister waren „Herren vom alten Schlag einfacher Lebensweise und sehr bescheidenem Einkommen“.

Laufende Erneuerungen und Umbauten hielten die einklassige Volksschule immer auf dem Stand der Zeit. Heute darf sich die Schule in Lähn dank ihres Schwerpunktes „Musikvolksschule“ nennen.

 

Vereine

MK Bichlbach, MK Lähn; FF Bichlbach, FF Lähn-Wengle; Kirchenchor Lähn; Jungbauernschaft Bichlbach, Bergrettung Bichlbach, Kulturrunde Bichlbach-Wengle-Lähn, Krippenverein, Braunviehzuchtverbände in Bichlbach und Lähn-Wengle, Schafzuchtverein Bichlbach-Lähn-Wengle, Sport- und Freizeitclub Bichlbach, Skiclub in Bichlbach und Lähn, Fanclub Niki Hosp

 

Gesundheit und Soziales

Bichlbach ist Sitz des Sprengelarztes Dr. Walter Murr.

 

Wirtschaft und Tourismus

Lebensmittelgeschäft, Brotladen, Bank, Schuhhaus, Fahrzeugbau, Tankstelle, Tischlerei, Landesproduktehandel, Drogeriemarkt, Tabaktrafik, Autowerkstätte, Sportartikelgeschäft, Taxi, Tier- und Spielpark, Seilerei, Bergbahn, Skilift, Sport- und Freizeitpark mit Badesee und Kletterwald, Agrargemeinschaften (Bichlbach, Lähn, Wengle, Lähn-Wengle), drei Gasthöfe, vier Restaurants, 740 Gästebetten mit 58.000 Nächtigungen.

 

Landwirtschaft

Vor wenigen Jahrzehnten war die Landwirtschaft das starke Standbein des Lebensunterhaltes, obwohl der karge Boden und das verhältnismäßig raue Klima keinen Ackerbau, sondern nur Viehzucht und Milchwirtschaft zulassen. Ab etwa 1950 setzte allmähliche Umstrukturierung der wirtschaftlichen Lebensverhältnisse ein. Der Fremdenverkehr erfasste auch die kleinsten Bergdörfer. Industrie und Gewerbe blühten auf und zogen Arbeitskräfte an. Die Landwirtschaft wurde nur mehr als Nebenverdienst betrieben oder gar aufgelassen. Die Folge waren Nichtmehrbewirtschaftung der Bergwiesen, zunehmende Bewaldung, Veränderung der Landschaft und auch Veränderung der Wohnverhältnisse. Bichlbach, Lähn und Wengle vergrößerten sich; viele landwirtschaftliche Betriebe wurden aufgelassen und die Bauernhäuser umgebaut.

Almen:

Bichlbacher Alm, Lähner Alm

1575 hat man in einer Dorfordnung bereits zwei Melkalpen und eine Galtalpe am Kohlberg sowie eine Melkalpe im Berwanger Tal beschrieben. 1582 wurden die „Gätteralm“ und die „Reathalm“ auf dem Kohlberg den Bichlbachern sowie die Alm im Berwanger Tal den Lähnern und Wenglern zugeteilt.

1906 wurde gemeinsam eine Hütte für beide Almen am Kohlberg gebaut, die aber schon 1909 durch eine Lawine schwer beschädigt wurde. Im selben Jahr konnte die Alm im Berwanger Tal durch Ankauf des Lutzmahdhofes“ vergrößert werden. Die Bichlbacher Alm wurde 1954 von einer Lawine zerstört und gleich darauf eine moderne Alm mit Materialbahn gebaut. Durch den rapiden Rückgang des Viehbestandes wird sie nur noch als Galtviehalpe genutzt.

Die Lähner Alm lieferte die Milch an die Molkerei Reutte und stellte1968 den Sennerbetrieb ein. 1993 brannte das Almgebäude ab und wurde durch einen Neubau ersetzt.

Die Bichlbacher Alm wurde 1995 ein Raub der Flammen. An derselben Stelle wurde wieder ein Neubau errichtet. Nun mit einem Forstweg erschlossen, ist sie ein beliebtes Ausflugsziel.

 

Viehbestand                   2000       2005         2009

Rinder

184

100

90

Schafe

77

48

93

Schweine

13

1

0

Pferde

29

43

57

Ziegen

12

30

16

Hühner

139

0

110

 

Jagd und Forst

Jagdgenossenschaft Bichlbach, verpachtet in zwei Revierteilen mit einem jährlichen Gesamtabschuss von ca. 120 Stück Schalenwild.

 

Klima

Entsprechend der Seehöhe, Bichlbach 1075 m, Lähn 1112 m und der Talöffnung nach Nordwesten, ist das Klima rau. Länger liegende Talnebel gibt es daher kaum, dafür aber sind die Winter schneereich. Mehrere große Lawinenabgänge habe die Geschichte Bichlbachs geprägt (siehe Namenserklärung Lähn). Auch heute sind sie noch fallweise Grund für die Sperre der Fernpassbundesstraße (B179).

 

Persönlichkeiten

Gerhard Ott                                          vorletzter Abt des Klosters in Füssen

Franz Xaver Koch                                Bildhauer

Pfarrer Lukas Egger                            Zunftgründer und Erbauer der Zunftkirche

Lucia Kollbach-Lux                             akad. Malerin

Hofrat Msgr. Dr. Johann Kätzler          Ehrenbürger

GR. Pfarrer Lochbihler                        Ehrenbürger

Hofrat Dr. Ferdinand Kätzler               Historiker, langjähriger Zunftchronist und Verfasser mehrerer

                                                            Familienchroniken + Kirchenführer

Med. Rat Dr. Walter Schennach         Ehrenbürger

 

Sportler:

Niki Hosp                                              Slalom Vizeolympiasiegerin 06, Gesamtweltcupsiegerin und

                                                               Riesentorlauf Weltmeisterin 07,

                                                               Gesamtweltcup 2. Platz und Slalomweltcup 2. Platz 08;

Walfried Hosp                                       mehrfacher Seniorenstaatsmeister Langstreckenlauf

Franz Leitner sen.                                 Mehrfacher Versehrtenstaatsmeister Alpin/Nordisch

Franz Leitner jun.                                  Hochalpinist

 

Findige Leute:

Roland Hosp                                         Niveauausgleichssystem

Leitner Hans                                         Skischuhentwicklung

 

Besonderheiten

Zunftkirche mit Sitz der Zunftbruderschaft St. Josef - Zunftmuseum im alten Widum (Zunfthaus).

Imposanter Wasserfall in der Au – die „Küahsoache“.

 

Sagen

Der unbekannte Fuhrmann

Der Marchrücker

Die Spiegelschrofenfräuele

Der Fuhrmannsschreck